Kategorie: Allgemeines

  • Komplex? Eine Einordnung mit der Stacey Matrix.

    Heute wird nahezu jede Problemstellung als komplex gesehen. Komplex ist zum Sammelbegriff für alles geworden, was auf den ersten Blick nicht ganz klar erscheint. Doch die Art eines Problems bestimmt, wie wir es sinnvoll, effizient und effektiv lösen können. Wer nicht unterscheidet, riskiert, die falschen Methoden einzusetzen und wertvolle Ressourcen zu verschwenden.

    Wo eine bewährte Lösung ausreicht, wird unnötig experimentiert. Wo eine systematische Analyse notwendig wäre, setzt man auf Workshops und Konsens. Und wo tatsächlich Komplexität vorliegt, versucht man ein detailliertes Konzept zu entwickeln, dass am Ende nicht funktioniert. Bevor wir das Vorgehen mit der richtigen Methode wählen, müssen wir verstehen, mit welcher Art von Problem wir es überhaupt zu tun haben. Dabei bietet die Stacey Matrix eine hilfreiche Orientierung. Ursprünglich entwickelt von Prof. Ralph D. Stacey für Managementstrategien und Entscheidungen, wird sie heute genutzt, um die geeignete Vorgehensweise – agil, klassisch oder hybrid – zu bestimmen. Im Kontext von Operational Excellence hilft sie zu erkennen, welches methodische Vorgehen eine Situation erfordert und welchen Beitrag Lean Six Sigma leisten kann.

    Einfache Probleme sind in den Anforderungen klar und in der Durchführung bekannt. Ursache und Wirkung sind offensichtlich. Die Lösung ist bekannt und kann über Best Practice oder Standards umgesetzt werden.

    Komplizierte Probleme sind anspruchsvoll, aber beherrschbar. Die Anforderungen sind klar, doch der Weg zur Lösung ist noch unklar. Ursache und Wirkung lassen sich durch Wissen, Erfahrung, Daten und Analyse verstehen. Sind die Zusammenhänge erkannt, können Ergebnisse berechnet, vorhergesagt und die Umsetzung geplant werden.

    Komplexe Probleme unterscheiden sich davon grundlegend. Ursache und Wirkung sind nicht zuverlässig vorhersehbar, aber beobachtbar. Viele Faktoren beeinflussen dabei das Ergebnis, ihre Zusammenhänge sind jedoch noch nicht verstanden. Muster und Trends können zwar erkannt werden, erklären aber noch nicht, welche Faktoren tatsächlich relevant sind. Deshalb braucht es Experimente und statistische Analysen. Sie zeigen, welche Faktoren einen signifikanten Einfluss haben, wie sie zusammenwirken und ob beobachtete Unterschiede zufällig oder systematisch sind. So entsteht ein Modell, das Zusammenhänge sichtbar macht und zeigt, welche Parameter wie eingestellt werden müssen, um das gewünschte Ergebnis reproduzierbar zu erreichen.

    Chaotische Probleme lassen keine Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung erkennen. Verlässliche Daten existieren nicht und bevor eine Analyse möglich wird, steht zunächst die Stabilisierung der Situation im Vordergrund. Durch das Begrenzen von Auswirkungen, Isolieren von Störungen und Fehlern sowie Reduzieren von Risiken wird ein sicherer und kontrollierter Zustand geschaffen. Dieser schafft die notwendige Grundlage, um wieder Erkenntnisse über das System zu gewinnen und die Problemlösung in Richtung „komplex“ zu überführen. Bleibt ein Prozess dauerhaft chaotisch, hilft in der Regel nur noch ein Redesign.

    Die Stärke von Lean und Six Sigma liegt dort, wo Prozesse beobachtbar, messbar und systematisch beeinflussbar sind. Lean gestaltet Prozesse auf Basis der Zusammenhänge von WIP, Durchlaufzeit, Engpässen und deren Kapazität. Six Sigma hilft, unerwünschte Streuung zu reduzieren, damit Prozesse beherrschbar werden. Gemeinsam schaffen Lean und Six Sigma damit die Voraussetzungen, Kundenbedarf in der geforderten Qualität, mit kurzer Durchlaufzeit und ohne unnötige Verschwendung zuverlässig und pünktlich zu erfüllen.

    Stacey-Matrix

  • Lean Six Sigma – Ziele, Prinzipien, Methoden.

    Unternehmen verfolgen universelle Ziele unabhängig von Branche oder Technologie: Sie wollen schnell und pünktlich liefern, die geforderte Qualität sicherstellen und gleichzeitig wirtschaftlich arbeiten. Neu sind diese Ziele nicht. Neu ist jedoch die Frage, wie die Ziele gleichzeitig, stabil und wiederholbar erreicht werden können.

    Ausgangspunkt ist die konsequente Orientierung am Kunden. Nur das, was aus Sicht des Kunden tatsächlich Nutzen stiftet, gilt als wertschöpfend. Alles andere wird als Verschwendung betrachtet und systematisch reduziert. Auf dieser Grundlage wird der gesamte Wertstrom end-to-end betrachtet. Ziel ist es, alle Schritte von der Idee bis zum Kunden so zu gestalten, dass Material- und Informationsflüsse ohne Unterbrechungen, Wartezeiten oder unnötige Bestände erfolgen.

    Darauf aufbauend wird das Pull-Prinzip etabliert, bei dem nicht auf Vorrat produziert wird, sondern die tatsächliche Nachfrage den Takt vorgibt. Das fünfte Prinzip verankert schliesslich die kontinuierliche Verbesserung als permanenten Lernprozess, in dem Prozesse laufend hinterfragt und Verschwendung schrittweise reduziert werden.

    Voraussetzung für wirksame Produktionssysteme ist die Befähigung und aktive Einbindung aller Mitarbeitenden. Mitarbeitende sind dabei nicht nur Ausführende von Prozessen, sondern die zentrale Quelle für Verbesserung und Problemlösung.

    In dieser erweiterten Interpretation der fünf Lean-Prinzipien von Womack & Jones (Lean Thinking, 1996) werden Kundenorientierung, Wertschöpfung, Fluss, Pull und kontinuierliche Verbesserung sowie die aktive Beteiligung der Mitarbeitenden zu einem integrierten System verbunden.

    Dieses System entfaltet seine Wirkung jedoch erst dann vollständig, wenn es durch geeignete Lean-Six-Sigma-Methoden konkret entwickelt und umgesetzt wird. Methoden wie 5S, Standard Work, TPM, Poka Yoke, Jidoka, SMED oder Single Piece Flow sind dabei keine isolierten Werkzeuge, sondern aufeinander aufbauende und miteinander verknüpfte Elemente eines integrierten Wertschöpfungssystems. Die konsequente Anwendung dieser Methoden führt zu einem bedarfsgerechten Just-in-Time-Produktionssystem mit minimaler Verschwendung, das durch kontinuierliche Verbesserung permanent weiterentwickelt wird.

    5 + 1 Lean Prinzipien – eine erweiterte Interpretation

  • Was ist Lean Six Sigma?

    Was ist Lean Six Sigma?

    Lean Six Sigma ist eine Kombination von Lean Prinzipien und Six Sigma Methoden zur Prozessverbesserung. Isoliert betrachtet, zielen die beiden Ansätze auf unterschiedliche Bedürfnisse.

    Während sich Lean auf die Reduktion jeglicher Verschwendung konzentriert, hat Six Sigma die Verbesserung der Qualität von Produkten und Prozessen zum Ziel.

    Lean enthält zwar auch Methoden zur Verbesserung der Qualität, diese eignen sich jedoch nicht zur Stabilisierung von Prozessen.

    Deshalb wurde vor rund 20 Jahren der kombinierte Ansatz von Lean Six Sigma eingeführt. Die Anwendung erfolgt mit dem sogenannten DMAIC-Zyklus (Define, Measure, Analyze, Improve, Control).

    Eine bewährte Methode zur Problemlösung, bei der die Lösung auf den ersten Blick noch nicht bekannt ist.

    Im Wesentlichen geht es in den Phasen um die Beantwortung folgender Fragen:

    Define

    Was ist das Problem?

    Measure

    Wie gross ist das Problem?

    Analyze

    Was sind die Ursachen?

    Improve

    Was ist die beste Lösung?

    Control

    Wie wird die Nachhaltigkeit der Lösung sichergestellt?

Privacy Overview

Ein Cookie ist ein kleines Programmierelement, welches von der Website auf Ihrem Computer oder Mobilgerät installiert wird, um Einstellungen für Ihren nächsten Besuch zu speichern.